Der Garten des Königs

In unzähligen Coachings und/oder Gespräche mit Menschen höre ich immer wieder die Frage: „Wie finde ich meine (berufliche) Erfüllung?“

Sei wer Du bist und sei Dir dessen bewusst.

Für ein paar Minuten „Innehalten“ steht diese inspirierende Geschichte. Geschichten finden (oft) den direkten Weg zu unserem Herzen. Sie laden ein, den Worten nachzufühlen. Für diese Momente achtsam zu sein. Ohne zu bewerten. Ohne zu analysieren.   Sie laden ein, das Leben, seine eigene Ziele in Perspektive zu (ver-)rücken. Sie sind ein fester Bestandteil in meiner Arbeit mit Menschen.

Ganz viel Freude beim Schmökern, vielleicht beim Wiedersehen alter literarischer Bekannten.

Ich wünsche Ihnen eine Zeit voller Wunder und magischen Augenblicke,

Ihre

Sabine Steigner

Der Garten des Königs

Es existierte einst ein König, der immer einen wunderschönen Garten haben wollte. Also ließ er einen Garten mit vielen Bäumen und Pflanzen anlegen.

Monate später ging er in seinen Garten, um seine Bäume und Pflanzen zu bewundern.

Zu seinem Erschrecken war der Garten überhaupt nicht so schön wie vorher. Denn viele Bäume und Pflanzen waren verwelkt oder abgestorben.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, ging er zuerst zu der Eiche und fragte sie, warum es ihr denn so schlecht gehe. Die Eiche antwortete, dass es ihr nicht gut gehe und sie nicht überleben würde, weil sie nicht so toll sei wie die Tanne. Die Tanne sei nämlich sehr hoch und die Eiche könne niemals so hoch wachsen.

Der König trat nun zur Tanne und stellte ich dieselbe Frage: „Tanne, wieso bist du am verwelken?“ Die Tanne sagte, dass sie am Verwelken sei, weil sie nicht so toll sei wie der Weinstock. Dieser könnte nämlich Trauben tragen und die Tanne könnte dies nicht.

Der König wandte sich nun an den Weinstock und stellte abermals dieselbe Frage: „Und du Weinstock, wieso bist du am Sterben?“ Der Weinstock erwiderte, dass er am Sterben war, weil er nicht so toll sei wie die Rose. Diese würde nämlich wunderschön blühen können. Verzweifelt schaute er sich in seinem Garten um. Plötzlich sah er das wilde Stiefmütterchen. Im Gegensatz zu den anderen Pflanzen in dem Garten war das Stiefmütterchen vollkommen frisch und blühte wunderschön.

Daher fragte er sie, warum sie noch so schön blühe, während alle anderen Pflanzen verwelkten. Darauf antwortete das Stiefmütterchen: „Du hast mich ausgewählt. Daher wusste ich, dass du mich wolltest. Denn wenn du dich nach einer Tanne, Rose oder anderen Pflanze in deinem Garten gesehnt hättest, dann hättest du eine Tanne, Rose oder andere Pflanze eingesetzt.

Als du dich entschieden hast, ein Stiefmütterchen zu pflanzen, wusste ich, dass du auch ein Stiefmütterchen willst. Ich gab daher auch mein Bestes, ein Stiefmütterchen zu sein. Denn letztlich kann ich sowieso nichts anderes sein als das, was ich bin. Also versuche ich einfach mein bestes Ich zu sein.“

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