Wir sind mehr als das, woran wir uns erinnern können

„Überraschungen und Gefühle wirken wie eine große Blaskapelle, die durch unser Gehirn marschiert und wachrüttelt.“

Dort das neuronale Netzwerk wachrüttelt und es für das Geschehen um uns herum empfänglich macht. 

Unser Gehirn erfasst jetzt die Details und verknüpft diese: Wo bin ich gewesen. Wann ist es geschehen. Wie habe ich mich gefühlt. Der erste Kuss, Triumphe, Niederlagen, Demütigungen, Hochzeiten und Todesfall, Geburten und Scheidungen. Je emotionaler das Ereignis, desto lebhafter und detailtreuer unsere Erinnerung. 

Sie und ich erinnern uns an etwas, das unsere Aufmerksamkeit beansprucht. Sehen alleine reicht nicht. Es geht darum, dem eigenen Leben zu begegnen. Wenn wir jeden Tag dem Wundervollen „auf der Spur sind“, den Momenten der Freude und auch dem Respekt Aufmerksamkeit schenken, können wir dies deutlich erfassen und ins Gedächtnis einschließen. Auf diesem Weg und mit der Zeit wird unsere Lebensgeschichte ein Reichtum an Erinnerungen schöpfen, die uns immer wieder zum Lächeln bringen. 

Wenn mein Fokus auf dem Schönen liegt, finde ich dies auch. Dies passiert natürlich auch im Hinblick auf die weniger angenehmen Gefühle. Wir können beeinflussen, wie unsere Erinnerungen aussehen. 

Ich bekam dieses Jahr zu Weihnachten von einem Coachee das Buch „Die Gabe der Erinnerung und die Kunst des Vergessens. Wie unser Gedächtnis funktioniert“ von Lisa Genova geschenkt. 

Die Gabe der Erinnerung und die Kunst des Vergessens: Wie unser Gedächtnis  funktioniert eBook : Genova, Lisa, Winter, Jochen: Amazon.de: Kindle-Shop

 

Was bestimmt, wer wir sind – und wie? Was gibt uns unser Ich, unsere Identität? Das sind die Fragen, die die Neurologin beschäftigen. 

Noch habe ich es nicht komplett gelesen. Jedoch hat mich auch die Autorin interessiert und ich las das eine-oder-andere Interview mit ihr. Unter anderem die Antwort auf die Frage: „Kann ich unliebsame Erinnerungen ausradieren? Wie?“

„Weichen Sie den Hinweisen und Zusammenhängen aus, die diesen Abruf auslösen würden. Denken Sie nicht daran. Sprechen Sie nicht darüber. Lassen Sie los. 

Je mehr Sie fähig sind, diese Erinnerung auf sich beruhen zu lassen, desto schwächer wird sie, desto eher wird sie vergessen. Wenn wir uns eine Erinnerung nicht regelmäßig vergegenwärtigen, ruht sie nur im Hippocampus unseres Gehirns; wie eine Trophäe im Regal, die einstaubt. Neue Studien belegen, dass dann die Verbindungen zwischen den Synapsen gekappt werden – Erinnerungen sind vergänglich…“ 

Welcome as you are.

 

 

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